Der Wein, das Leben und wir

Mit sich selbst Zeit verbringen und anstatt des illusionären Films des Internets dem Verkehr des Abends lauschen.

Ich sitze draussen an der frischen Luft. Nebenan die Bar. Einen Wein habe ich mir gegönnt.
Ich sollte nach Hause fahren. Dort sitzen und mir meine Emails ansehen.
Darüber nachdenken wie mein Leben sonst noch sein sollte.

Stattdessen lausche ich dem Stimmgewirr anderer. Sehe ihr Lachen.

Die meisten sind zu zweit hier.

Ich stoße mit meinem Wein in die leere Luft und genieße den freien Raum, der dort ist. Stille darf sein.

Und der Tag neigt sich zu Ende. Sinkt hinab.

Mein Gesprächspartner ist heute das Leben.

Nebenan sprechen sie über ihre Liebesgeschichten. Ihre Männer.
Drehen sich nicht alle Gespräche im Kreis?
So wie das Leben.

Aber ich denke jeden Tag mich retten zu können.

Der Wein schenkt mir Zeit. Denn gewöhnlich trinke ich immer alles ganz schnell aus. Alles muss sofort passieren.
Wenn es dauert, erscheint es mir nicht richtig.

Doch das Leben entfaltet sich in seinem Tempo. Der Tempo-Beschleuniger hat keinen Wert.

Und der Wein rinnt die Kehle hinab. „Seitdem ist die Freundschaft illusorisch“ höre ich am Nebentisch.
Vielleicht liegt doch Wahrheit im Zusammensein.

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