El Hierro- das strahlende Ypsilon des Atlantiks

Heute schicke ich sonnig-warme und vom Wind angenehm erfrischende Grüße aus El Hierro- Die kleinste und wohl unbekannteste der kanarischen Inseln, die mich zu einem mehrwöchigen sommerlich warmen Urlaub eingeladen hat. El Hierro liegt am weitesten von Europa und Afrika entfernt, das westlichste Ende der Kanaren.

Eine Reise zu der Ypsilon-förmigen – Insel wäre mir wohl von selbst nicht in den Sinn gekommen, da ich die anderen kanarischen Inseln wie Teneriffa, Gran Canaria und Co nur aus vielen Reiseprospekten kenne, die mich aber dank der Angst vor Hotelburgen und Liegestuhl-Wiesen eher abschrecken. Doch wie bereits letztes Jahr als es mich nach Mallorca verschlug, haben mir Freunde diesen wunderbaren Flecken der Erde nähergebracht.

Auf El Hierro gibt es kaum Touristen und so begegne ich der Insel mit ihren etwa 10 000 Einwohnern auf einer Fläche von 270 000 qm (Leipzig ist ca 20 000 qm größer) mit viel Platz und Ruhe für freie Blicke auf das Meer und die vielseitige Landschaft der Insel.  Lediglich das Rauschen des wilden Meeres, der Wind, der insbesondere nachts und auch abhängig vom Ort an dem ich mich befinde, bläst und die nächtlich tönenden Pardelas (Gelbschnablesturmtaucher), die sich hier zum Brüten befinden und ein wenig wie ein Mix aus schreienden Katzen- Singen lernenden-Vögeln und krächzend-jammernden Wetterhexen klingen, machen den Sound der Insel.  Ja und natürlich die Palmen, die sich im Wind bewegen oder all die anderen blühenden Pflanzen hier.

Seit 6 Tagen bin ich hier, nachdem mich das Flugzeug zunächst nach Teneriffa brachte, wo ich schließlich nach einigen weiteren Stunden des Wartens mit der Fähre nach El Hierro übersetzte.2,5h dauert die Fahrt, die mich vorbei an La Gomera zu der kleinen Vulkaninsel im Atlantik brachte.

Jeden Tag bin ich im Genuss eines Welten-öffnenden Meeresblick vom Norden der Insel. Ein windfestes Zelt, im Finka-Gelände meiner Freunde gelegen, ist mein Zuhause bis Mittwoch. Dann geht es von der steilen Küste in Echedo hinab nach La Caleta, das im Osten der Insel und näher an einer Badebucht gelegen liegt. Dort verbringe ich ein paar Tage in einem kleinen Apartment.

Die Ruhe der Insel, die Weite und die Blicke auf das Meer tuen gut, beruhigen und öffnen mein Herz immer wieder aufs Neue nach den letzten sehr intensiven und vollen Monaten in Deutschland. Und so habe ich auch erst wieder ein paar Momente gebraucht, um wieder wirklich frei durchatmen und genießen zu können.

Es liegt eine entspannte Stimmung in der Luft, gefüllt mit der Leichtigkeit und Lebensfreude, die für mich auch aus der spanischen Sprache klingt und der Sonne, die mich jeden Tags aufs Neue wärmt und erfreut.

Das Klima ist wunderbar angenehm, auch wenn die Insel auf der gleichen Höhe wie die Sahara liegt. Doch abhängig von dem Ort, den du auf El Hierro aufsuchst, kannst du dich nach dem erfrischenden Nass des Meeres oder einer warmen Jacke sehnen. Und wie es ein Insel-Leben so auf sich hat, können sich die Wetterverhältnisse und die Anzahl der Wolken schneller ändern als auf dem Festland. Die Hochebene der Insel ist ein guter Wolken-Catcher und empfängt mit kühler Frische.

Es gibt viel zu entdecken auf El Hierro…von Höhlen, leckeren Maulbeerbäumen, den unterschiedlichsten Blautönen des Meeres bis hin zu roten Unterwasser-Schnecken.

Am Samstag fuhren wir durch die grüne Hochebene und einen wunderschönen Pinienwald zum anderen Ende der Insel. Der Pinienwald mit seinen großen Bäumen ist Stille pur, ein Fleck der Oase und Meditation.

Von El Pinar, einem kleinen Ort unterhalb des eindrucksvollen Waldes ging es über die wieder karger werdende Landschaft, dunkle Lavafelder und vorbei an Vulkanbergen zum Süden der Insel.

In der Badebucht von Tacarón, eingerahmt von Felsriffen, verbrachten wir den Nachmittag und der Sonnenuntergang ließ die vulkanfarbene Landschaft noch besser erkennbar werden. An den meisten Badestellen gibt es kleine Grillhütten, die auch wunderbare Schattenspender sind.

An der Westseite der Insel ist das Golftal gelegen, unterhalb von steilen Felsklippen mit viel Landwirtschaft, Weinbergen und leckeren Restaurants. Dort waren wir auch auf einem kleinen Markt, wo verschiedenste lokale Produkte angeboten werden: Wein, Käse, viel frisches Gemüse und Obst, Schmuck aus Lava und Korallen sowie allerlei Gebäck.

Von dort ging es weiter nach La Maceta. Eine wunderschöne Badestelle mit Naturpools im Meer gegen deren Schutzmauern zahlreiche Wellen tobten. Was für ein Genuss vor der Kulisse des Meeresrauschen im Natur-Pool herum zu tauchen, sich treiben zu lassen und immer wieder gegen die Restkraft der ankommenden Wellen anzuschwimmen.

Ich freue mich auf viele weitere Ecken dieser besonderen Insel. Bis Ende Juni werde ich noch hier sein und euch aufs Neue mitnehmen….

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2 Gedanken zu “El Hierro- das strahlende Ypsilon des Atlantiks

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