Nicht gut genug….

„Nach all den Jahren, in denen ich als Frau hörte, ich sei nicht dünn genug, nicht schön genug, nicht klug genug, ich hätte von diesem und jenem nicht genug … wachte ich eines Morgens auf und dachte: ich bin genug.“

– Anna Quindlen

Ich blicke in den Spiegel und sehe mich an. Erblicke die Pickel in meinem Gesicht. Den Herpes an den Lippen. Spüre mich schlucken dabei. Sehe mir in die Augen. Und kann diese Frau gerade nicht anlächeln.

Später spüre ich mein Gesicht mit den Händen, taste die Haut, meine Nase, nehme mein Gesicht zwischen beide Hände.  Ich fühle Berührtheit und das Gefühl mir selbst nah zu sein, taucht auf. Ich atme einmal tief durch. Noch einmal.

Plötzlich laufen Tränen über mein Gesicht. Ich spüre wie der Kritiker von mir abfällt. Stundenlang würde ich so hier sitzen wollen. Ich fühle mich mir so nah.

Und gleichzeitig so entfernt. Denn der innere Kritiker meldet sich wieder. Er drangsaliert mich mit seiner Stimme. Zieht ganz langsam ein Band um meinen Hals. Es wird immer enger.

Ich habe den Drang frei auszuatmen, mich loszureißen. Wut steckt in mir auf diese Stimme. Aber auch Wut auf all die perfekten Gesichter, die mich tagtäglich umgeben. Die perfekten Leben. Die perfekten Beziehungen. Der perfekte Körper.

Ich gucke wieder in den Spiegel und erblicke die Traurigkeit. Die Wut hat sich vielleicht darüber versteckt. Ich spüre eine Traurigkeit darüber nicht gut genug zu sein. Mich immer auf der Flucht vor mir selber zu befinden.

Ich spüre eine tiefe Sehnsucht. Eine Sehnsucht nach dem JA. Einem einfachen JA zu mir.

Mich fallen lassen zu können. In das genug sein. Nichts machen müssen. Ich weine leise. Mein ganzer Körper weint voller Sehnsucht.

Advertisements

4 Gedanken zu “Nicht gut genug….

  1. Was mir hilft ist das Leben so zu nehmen wie es ist, so wie es kommt, alles zu akzeptieren (was nicht heißt dass man passiv leben muss und sich seinem Schicksal unterwerfen, man kann sein Leben aktiv verändern)[quasi wie ein Fluss…] und im hier und jetzt zu leben und sich nicht Sorgen machen über morgen oder die Vergangenheit (daran muss ich mich immer wieder selber erinnern wenn ich mit meinen Gedanken mal wieder in einer ganz anderen Welt schwebe (: ). Angst los lassen und merken dass das Gute Gefühl in einem und das Glücklich sein nicht von externen Faktoren abhängt, sondern aus dir selber kommt. Tolle Bücher dazu sind zum einen eine neue Erde von Eckhart Tolle oder was ich momntan noch am Lesen bin: Einbruch in die Freiheit von Krishnamuri… regen beide sehr zum Nachdenken und Reflektieren an 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s