Das Wagnis der Achterbahnfahrt

Sich mit Mut zu beschäftigen ist wie eine Achterbahnfahrt…sie fährt vorbei an Herausforderungen, Erlebnissen des Scheiterns und Hinterfragen der eigenen Grenzen oder Begrenzungen. Dann zieht sie wieder hinauf zu Momenten des Authentischen-Seins, Sich- Freuens und der Entspannung.

Mut ist wie eine Rückschau auf das Leben an sich. In jedem Moment bedarf es dieser Öffnung ins Unbekannte, Ungewisse und oftmals auch nicht Kontrollierbare.

Warum beschäftigen wir uns mit Mut in der Friedensforschung? Und dann noch mit uns selbst?

Ich glaube es ist die Courage, die Wendepunkte in der Gesellschaft und auch in persönlichen Konflikten einleitet. Es ist der Mut des Hinterfragens, Widerstehens und des Wagens.

Diesen Mut jedoch mit Feigheit oder dem eigenen Selbstwert in der Friedensarbeit zu verwechseln, passiert schnell. Schwupps, identifiziere ich mich mit der Weltrettung….

Gerade im Hinblick auf mein Studium merke ich oft, dass ich mich gedrängt fühle die Lösung für den Weltfrieden zu wissen oder die Welt in Gut und Böse einzuteilen. Wenn ich dann beginne von den Meditationen, der Woche beim Schamanen, dem tantrischen Ansatz des Programms oder der Woche beim Militär zu erzählen, kostet mich das Mut. Denn dieser Weg zeigt keine vorgefertigten Lösungen, er spielt und agiert im Jetzt und Hier. Klar geht es auch darum in Aktion zu treten, Entscheidungen zu treffen und Situationen zu verändern. Doch beim Kennenlernen all dieser verschiedensten Ansätze, die in dieser Welt verfolgt, gepredigt oder auch gesucht werden, bemerke ich, dass es nicht diese eine Wahrheit gibt, sondern so viele unterschiedliche Wege. Diese Wege kennenzulernen, zu hinterfragen und für die jeweilige Situation auch offen zu lassen, zeigt wie viele Handlungsmöglichkeiten uns allen zur Verfügung stehen.

Und diese vielen Handlungsmöglichkeiten öffnen Wege für den Frieden. Für die Frieden. Für einen individuellen Mut oder viele Müthe (die Mehrzahl 🙂 ? ), welche auch immer gerade im einzelnen Augenblick gefragt oder für dich stimmig sind.

Es ist mutig, du selbst zu sein. Es ist mutig dich selbst zu suchen hinter all den Bildern, die vorgegeben werden. Die ich mir wünsche zu sein.

…Und Ich mach mein Ding,
egal was die anderen sagen
Ich geh meinen Weg,
ob gerade ob schräg, das ist egal
ich mach mein Ding
egal was die anderen labern,
Was die Schwachmaten einem so raten,
das ist egal
ich mach mein Ding…

…singt Udo Lindenberg. Sein Ding zu machen führt mich zum Mut eine Position zu beziehen, den gefühlt richtigen Weg zu gehen, auch wenn er ins Unbekannte führt und ein Risiko darstellt.

Ich erinnere mich an meine Reise für mein Auslandsjahr nach Hawai`i, als ich in den unzähligen Stunden Flugzeit meine Entscheidung mehr als einmal hinterfragte…Warum soll und will ich all das Altbekannte und doch so Gute hinter mir lassen?

Den intuitiven Mut, der mich im Meer ein kleines Mädchen retten ließ. Doch wann beginnt der Wagemut? Oder die instinktive Handlung?

Die Überwindung in einer großen Gruppe meine Gefühle mitzuteilen.

Eine Theatergruppe zu gründen, obwohl ich selbst Angst vor der Bühne hatte. Doch irgendwas zog mich immer hinein.

Andere mutige Menschen, die mich inspirieren. Die etwas anders gemacht haben, gewagt haben. Nicht nur für sich selbst. Nelson Mandela. Astrid Lindgren. Sophie Scholl. Augusto Boal. Sissi (ja, denn sie ist aus dem typischen Kaiserinnen-Bild zeitweise ausgebrochen). Und soviele andere, die ich nicht kenne. Und auch Freunde und andere Vorbilder die mich in vielen  Herausforderungen meines Lebens inspiriert haben.

Der Mut des Wagens. Schwer zu greifen, er reift im Innersten und öffnet sich wie ein kleines Samenkorn ganz plötzlich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s