Oh peacemaker….

Oh peacemaker, before trying to make peace throughout the world, first make peace within yourself. ~ Hazrat Inayat Khan

Die Wochen vergehen wie im Flug. Jetzt ist bereits die letzte Woche des ersten Semesters angebrochen. Ende März geht es dann wieder weiter mit der Online Phase, die 3 Monate dauert, bevor ich mich im Juli dann wieder nach Innsbruck begebe für die Präsenzphase des 2. Semesters.

Doch eine Woche steht mir hier noch bevor. Und wie ich aus den letzten 2 Monaten mitbekommen habe, ist jede Woche wie ein Eintauchen in eine neue Welt, die Begegnungen mit neuen Themen, Perspektiven, Erfahrungen und Erkenntnissen. Die nächste Woche wird das mit John Kelly sein, der jeden Tag mit uns einige Stunden 5 Rhythmen tanzen wird. Eine Bewegungs- und Tanzform angelehnt an den 5 Rhythmen als Landkarte zur Orientierung in der Welt, Begegnungen und dem sich Erleben in unterschiedlichen Bewegungsqualitäten. Tänze zur Freiheit: Bewegen mit Angst, Konflikt und Chaos heißt dieses besondere Seminar.

Bis gestern Nachmittag war ich wieder in einer ganz anderen Welt: Im Native Spirit Camp, einer wunderschönen Natur und Wildnisschule am (noch) wilden Inn zwischen Italien, Schweiz und Österreich gelegen. Hier sind wir in sehr persönliche Erfahrungen mit energetischen Friedensbegriffen eingetaucht. Genauer gesagt in eine schamanische Sichtweise der Welt, geprägt von Achtsamkeit, Bewusstsein, Verbundenheit und Spiritualität.

Bereits der äußere Rahmen hat mir einen besonderen Genuss beschert: Schlafen in einem Holz Tipi, wo wir selbst mit Feuer einheizen durften und mussten :-). Leckeres Essen mit viel Liebe gekocht, frisches Brot, viele Salate, selbstgebackener Kuchen… „Unterricht“ in einem noch größeren Tipi mit loderndem Feuer, Trommelklängen bei geführten Meditationen und dem Lauschen des Inns während der Pausen. Endlich wieder einmal Zeit, um zur Ruhe zu kommen, viel draußen zu sein. Mir einen Medizinplatz inmitten der Natur zu suchen, meditieren und den Geräuschen des Windes lauschen. Mehrstündige Schwitzhütten mit besonderen Ritualen und Gesängen. Neue Formen der Begegnung unter uns Studierenden: Denn es geht nicht nur um akademisches Wissen und Verstehen, sondern vielmehr um unsere eigene Erfahrung: Wie fühlt sich dieses und jenes an? Was heißt eigentlich innerer Frieden für mich? Was brauchen wir als Gruppe, um uns wirklich begegnen zu können?

Eine Woche, die mich wieder mehr zu mir selbst geführt hat. Die letzten Wochen waren wunderbar und dennoch manchmal fast zu viel, um wirklich alles verdauen zu können. Mindestens jede 2. Woche das Zimmer bzw. den Ort wechseln, mit anderen Menschen den Schlafplatz teilen, erneut den Rucksack packen und ins Ungewohnte ziehen. Herausforderungen, die uns bestimmt alle in der Flexibilität als Friedens- und Konfliktarbeiter stärken. Die jedoch auch an einem zerren, den nie kehrt wirklich Ruhe ein.

Peter, der das Native Spirit Camp gemeinsam mit Hannah leitet, ist schon seit 30 Jahren mit der schamanischen Arbeit vertraut und das Eintauchen in diese Welt ist schon fast von Beginn der Peace Studies im Curriculum verankert. Ein Teil unserer Gruppe hatte Holotropes Atmen gewählt, ich war unter denjenigen die sich für das Native Spirit Camp entschieden haben.

Viele Worte kann ich nicht benutzen, um über all die Erfahrungen der vergangenen Tage zu berichten, denn sie sind schwierig zu beschreiben. Für mich war insbesondere wichtig diesen inneren Frieden ganz bewusst zu erfahren. Zu bemerken wie entscheidend das Gleichgewicht der inneren Mitte ist, um im Außen wirklich friedvoll Handeln zu können. Für Peter heißt das auch ein gemeinsames Bewusstsein zu erschaffen durch das Wahrnehmen des anderen, uns selbst, unserer Intuition, Körperempfindungen und dem Entdecken der eigenen Spiritualität. Dafür haben wir in Meditationen eigene Ruheorte erschaffen, haben einen Medizin-Walk (Medizin ist hier nicht im Sinne von einer Heilkunde gemeint, sondern weist auf die Mitte/ Balance hin.) gemacht, Heilungs- Übungen ausprobiert, Steine für die Schwitzhütte mit Fragestellungen des Medizin-Rads gesucht und dann im Schwitzen alles gegeben. Gesungen, gebetet, gelauscht und anschließend am Feuer gelegen. Dabei konnte ich auch wieder eine ganz neue Verbundenheit zur Mutter Erde erfahren. Daneben war jedoch auch Platz für viele Fragen, skeptische Zweifel und der Möglichkeit sich in seinem eigenen Rahmen dem Ganzen anzunähern. Meinem Gefühl nach wurde uns nichts aufgezwungen, sondern ich/ wir konnten vielmehr unsere eigenen Schlüsse ziehen, nachfühlen und gucken, was wir aus dieser Woche mitnehmen möchten. Andere Blickwinkel auf die Welt verstehen zu lernen. Wieder in Kontakt mit der Natur treten von der wir ja selbst ein Teil sind.

Aufgetankt bin ich zurückgekommen, auch wenn es noch einiges zu verdauen und nachzuspüren gibt. Ich bin dankbar für diese ganz andere Sichtweise auf Frieden, der von innen heraus seine Kreise in die ganze Welt zieht.

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