Be- don`t try to become. (Osho)

20 Stunden Feedbackrunde liegen hinter mir. Mit dem Herzen dabei zu sein. Anderen zuzuhören. Texte aufmerksam lesen. Durch und durch. All die wirren Gedanken zu fassen versuchen. Die eigenen. Aber auch die anderen. Nicht entmutigt werden von anderen Sichtweisen. Lernen das bereits gelernte anzuwenden. Und dennoch von meinem Standpunkt aus Gedanken auszusprechen. Dann wieder anderen Gedankengängen folgen. Die Essenz fassen.

Diese und viele weiteren Erfahrungen, Fragen, Unsicherheiten und zugleich neue Erkenntnisse begleiteten mich nun durch die letzten Nachmittage, als wir die im Gesamten etwa 430 Seiten der Semesterarbeiten besprachen. 14 verschiedene Arbeiten zu Power (Macht,Kraft, Stärke etc.), Desire (Verlangen, Wunsch, Begierde etc. )und Master-Thesis-Vorschlägen von Studierenden der 1.-3.Semester. Jetzt fühle ich mich bereichert, gestärkt von vielen neuen Fragen und einer Verbundenheit, weil wir selbst in akademischen Texten die Chance nutzten konnten hinter all die Worte zu sehen. Irgendwo ein Stück hineinzutauchen in den Menschen, den Autor der Arbeiten.

Jetzt ist die Feedback-Runde, unser sogenanntes Cross-Reading vorbei und doch bleibt für mich noch genug Arbeit fürs Lektorieren meines Papers übrig.

Diese Woche war von einem neuen, anderen Ankommen geprägt. Vor einer Woche war die Eröffnungszeremonie. Dabei konnte ich auch ehemalige Studierende kennenlernen. Es folgte eine tanzreiche Nacht, die bis in die Morgenstunden reichte. Am nächsten Tag war die Landschaft in noch mehr Schnee getaucht als zuvor. Und diesen Schnee kann und konnte ich die ganze weitere Woche genießen. Beim Schneefiguren bauen, Skifahren, Spazierengehen und dem wunderbaren Ausblick jeden Tag.
Ich habe das Gefühl, dass ich noch einmal anders in unserer riesigen 40-köpfigen „Wohngemeinschaft“ angekommen bin, weil ich hier auch die Gelegenheit bekomme meine Zweifel, innerste Gefühle und Fragen zu teilen. Einerseits im direkten alltäglichen Kontakt, der sich von Tag zu Tag verändert. Gemeinsamkeiten, Augen-Blicke, Lachen und Weinen können geteilt werden. Jeden Morgen mit meiner Active-Listening-Partnerin zu reden bringt auch eine andere Nähe mit sich. Mittwochs abends ist immer das Integrative Seminar…ein freiwilliger Raum für alle, um das mitzuteilen, was vielleicht keinen Platz in den „normalen“ Vorlesungen hat. Auch wenn es nicht leicht ist diesen Raum für uns alle zu öffnen, sich die Zeit und das Vertrauen zu geben, hatte ich dennoch diese Woche das Gefühl das viel Ehrlichkeit innerhalb der Gruppe ein Gesicht bekommen konnte. Es war nicht alles friedvoll und wunderbar- doch eben so wie es ist! Dann wurden wir auch noch zu einer Initiations-Zeremonie eingeladen von den oberen Semestern: Blind durch den Schnee geführt, mit Gesang aufgewärmt, alleine durch eine Lichterallee geschickt und schließlich am Feuer wieder zusammengefunden…

Ja ich bin mehr angekommen. Doch ich spüre auch den Strudel der Gruppe, die Herausforderung Orte der Ruhe und des Alleinseins zu finden. Immer ist etwas los von 7h morgens bis spät in die Nacht. Unruhe und Frieden-wie passt das zusammen?

Denke ich zurück an meinen ersten Tag hier erinnere ich mich daran, dass es nicht darum geht Fragen zu beantworten. Frieden ist ein dynamischer Prozess. Ich weiß noch nicht wo mich die Dynamik an Gedanken Gefühlen, Fragen, Körperempfindungen, Kontakten, Gegensätzen und offenen Richtungen hinführt. Doch jetzt gerade spüre ich eine Offenheit und ein Vertrauen, die mich zu unseren nächsten Stationen führen kann:

Morgen geht es für 2 Tage zum Roten Kreuz und dann wieder zurück zu Vorlesungen und Team Building-Seminaren bevor wir nächste Woche für 6 Tage auf 2000m Höhe zum Truppenübungsplatz des Österreichischen Bundesheers ziehen. Ich bin schon gespannt auf all diese Herausforderungen.

PEACE!

 

 

 

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